Bürgermeisterwahl Hofheim am Taunus

In zwei Wochen stehen die Bürgermeisterwahlen in meiner Heimatstadt, Hofheim am Taunus, an. Wir erleben derzeit einen in Teilen kuriosen Wahlkampf, weshalb es an der Zeit ist, zu einigen Punkten deutlich Stellung zu beziehen. Wer seine Wahlentscheidung noch nicht getroffen hat, dem helfen, neben diesem Beitrag, vielleicht auch diese FAQ-Liste bzw. diese häufigen Fragen zur Bürgermeisterwahl.

Sieben Kandidaten

Nachdem sich die derzeitige Amtsinhaberin entschlossen hat, nicht mehr zu kandidieren, fühlen sich viele berufen, Hofheimer Bürgermeister zu werden. Unter demokratischen Gesichtspunkten ist eine Vielzahl an Kandidaten sehr zu begrüßen, denn die Hofheimer Bürgerinnen und Bürger haben eine echte Auswahl zwischen sehr verschiedenen Kandidaten. Vielfalt an sich ist gut.

Bedauerlich ist jedoch, dass auch einige dabei sind, die meinen, Bürgermeister könnte jeder. Hier muss man deutlich feststellen, Bürgermeister von Hofheim kann nicht jeder! Bürgermeister einer Kreisstadt mit 40.000 Einwohnern und einem Haushaltsvolumen von rund 80 Millionen Euro ist keine Lappalie. Hierfür bedarf es einer fundierten Berufsqualifikation. Die Führung einer Stadt unserer Größe ist vergleichbar mit der Leitung eines mittelständischen Unternehmens. Niemand käme auf die Idee eine solche Position mit der Verantwortung für viele Mitarbeiter in die Hand von einer dafür nicht qualifizierten Person zu geben.

Was qualifiziert einen Bürgermeister?

Freilich, Bürgermeister kann man nicht lernen. Aber was qualifiziert dann zum Bürgermeister? Der Hofheimer Bürgermeister steht an der Spitze des Magistrates und ist somit zentrale Führungsperson für alle Belange der Stadt. Dies umfasst die Personalführung für die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Leitung des Magistrats als Exekutivorgan der Stadt aber auch die Aufsicht über die Kämmerei, das Budget der Stadt. Die Komplexität dieser Vorgänge in einer Stadt der Größe Hofheims erfordert eine akademische Bildung, um komplexe Vorgänge strukturiert bearbeiten zu können. Eine solche akademische Bildung sollte optimaler Weise im Bereich der Rechtswissenschaften, Verwaltungswissenschaften oder Betriebswirtschaftslehre liegen. Kommunikation, Germanistik oder gar Gymnastik sind keine für eine solche Aufgabe qualifizierende Studiengänge.

Kommunalpolitische Erfahrung

Neben einer qualifizierenden akademischen Bildung ist kommunalpolitische Erfahrung für das Bürgermeisteramt unerlässlich. Wer sich mit Kommunalpolitik schon einmal beschäftigt hat weiß, dass es ein sehr spezielles Betätigungsfeld ist. Ein Bürgermeisterkandidat sollte entweder als Stadtverordneter, Ortsbeiratsmitglied oder Ratsmitglied in irgend einer Form bereits die Arbeit von kommunalen Gremien kennen. Das Verständnis kommunaler Prozesse und Regeln ist natürlich erlernbar, aber nicht erst im Job durch das Amt des Bürgermeisters. Ein Kandidat muss deshalb fundierte Vorkenntnisse mitbringen, um in diesem Feld überhaupt bestehen zu können.

Parteilos und ungebunden

Parteilosigkeit wird häufig wie eine Monstranz als vermeintliches Qualitätsmerkmal voran getragen. Das ist es aber nicht, Parteilosigkeit ist kein Qualitätsmerkmal! Parteilosigkeit ist tatsächlich ein Zeichen von Beliebigkeit und mangel an Verwurzelung oder Werteverbundenheit. Parteien wird oft das Vorurteil der Klüngelei entgegen gebracht. Auch wenn Parteien natürlich Wesensmerkmale von Vereinen aufweisen, sie sind vor allem eine Wertegemeinschaft von Menschen, die sich gemeinsamen Zielen verschrieben haben. Das ist gut, denn es gibt Orientierung, welche Art Politik von einer Person zu erwarten ist, für welche Werte sie steht. Parteilose Kandidaten sind eine „black box“, man weiß nicht wofür sie stehen und sie fühlen sich keinem Wertekanon verbunden, das macht sie beliebig und unvorhersehbar. Parteien leben zudem eine innerparteiliche Demokratie. Einfach gesagt heißt dies, dass sich von Parteien aufgestellte Kandidaten bereits innerparteilich bewähren mussten. Es handelt sich deshalb regelmäßig um Personen, die sich bereits mit besonderer Qualifikation und Enthusiasmus hervorgetan haben. Parteilose Kandidaten können meist nicht mehr als das Sammeln der für die Kandidatur notwendigen Unterschriften vorweisen, das ist kein Qualitätsmerkmal.

Direktwahlen und politische Mehrheiten

Die Einführung von Bürgermeisterdirektwahlen in Hessen geschah unter der Annahme höherer Beteiligung der Bevölkerung durch mehr direkte Demokratie. Analysiert man die Beteiligung an Direktwahlen der vergangenen Jahre, kann man dieses hehre Ziel schnell als gescheitert abhaken. Direktwahlen führen vor allem dann zu politischen Problemen, wenn die Verwaltungsspitze nicht mit den politischen Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung zusammen passt. Ein Bürgermeister, der keine ihn tragende Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung hinter sich hat, ist eine „lame duck“. Anders gesagt: Will ein Bürgermeister in Hofheim tatsächlich etwas umsetzen, dann benötigt er eine starke politische Mehrheit hinter sich, um Vorhaben umsetzen zu können.

Die singenden Kandidaten

Ein Kuriosum dieses Wahlkampfes sind sicher die Musikvideos zweier Kandidaten. Für die videographische Qualität möchte ich beiden hohen Respekt zollen. Über Musikgeschmack lässt sich bekanntlich streiten und da ich selbst zwei Instrumente spiele, will ich die musikalische Qualität unter dem Aspekt der künstlerischen Freiheit musikalisch nicht bewerten. Manche mögen die Meinung vertreten, dass es sich hierbei um eine kreative Art der Bürgeransprache handelt. Diese Meinung teile ich nicht! Als Beitrag eines Bekenntnisses zu unserer gemeinsamen Heimatstadt wären beide Videos sicher ein guter Beitrag. Im Rahmen eines Bürgermeisterwahlkampfes sind sie leider eher im Bereich der Clownerie anzuordnen, ja stellenweise gar peinlich. Die Frage, wer die Geschicke Hofheims für die kommenden sechs Jahre leiten soll, ist keine Frage für das Musikantenstadel und es macht mich ein Stück traurig, dass Wahlkampf zu einer Show verkommt, anstatt sich mit Inhalten auseinanderzusetzen.

Fazit

Für die Leitung einer Kommune der Größe Hofheims Bedarf es einer gestandenen Person mit adäquater akademischer Bildung, kommunalpolitischer Erfahrung und einem klaren Wertekanon. Christian Vogt ist der einzige Kandidat, der all diese Werte in sich vereinen kann:

  • Christian Vogt steht für einen erfolgreichen Kurs der politischen Mitte.
  • Er ist seit mehr als einem Jahrzehnt ehrenamtlich für die Interessen der Hofheimer Bürgerinnen und Bürger engagiert und kennt Hofheim aus dem Effeff.
  • Als Volljurist hat er sowohl in einer großen Kommunalverwaltung als auch in einem Landesministerium die nötige Sachkunde zur Führung der Hofheimer Stadtverwaltung erworben.
  • Als einziger Kandidat hat Christian Vogt eine stabile politische Mehrheit hinter sich, um Projekte für die Hofheimer Bürgerinnen und Bürger umsetzen zu können.

Wenn Sie Hofheimer Bürgerin oder Bürger sind, bitte ich Sie deshalb Christian Vogt zu unterstützen.

Google Pay – die ersten zwei Monate

Ende Juni wurde Google Pay (GPay) endlich in Deutschland freigegeben. Google gelang der Markteintritt hierzulande damit noch vor Apple Pay, dessen Start nun jedoch auch endlich von Apple für dieses Jahr bestätigt wurde; wenn auch bisher noch ohne konkreten Starttermin.

Als Nutzer beider Welten (iOS & Android) ergab sich für mich die Chance, Google Pay gleich von Anfang an zu testen, denn meine „Reisebank“, N26, war von Anfang an mit dabei. Kontaktloses Zahlen mit der N26-Mastercard nutze ich bereits seit über drei Jahren im In- und Ausland und seit dem Start von Apple Pay warte ich darauf, dass wir diese Zahlungsmethode auch endlich offiziell hier in Deutschland nutzen können. Mit dem Start von GPay war für mich somit klar, dass ich diese Funktion testen möchte. Nach nunmehr zwei Monaten ist es an der Zeit eine kleine Bilanz über meine Erfahrungen mit GPay zu ziehen.

Einrichtung
Die Einrichtung von GPay war so schnell und einfach, dass ich mich nach zwei Monaten schon gar nicht mehr an den genauen Prozess erinnern kann. Ich weiß nur noch, dass es wenige Minuten dauerte und selbsterklärend war – eine sehr gute Nutzungserfahrung also.

Erfreulich ist auch, dass sich Google Pay einrichten lies, obwohl ich N26 mit meinem iPhone nutze. Oder anders gesagt: Die Installation der N26-App auf dem Gerät, das für GPay genutzt wird, ist nicht erforderlich.

Nutzervorteil
In der Debatte um mobiles Zahlen, kommt immer wieder die Frage auf, warum man das eigentlich braucht und worin der Vorteil in der Zahlung mit dem Mobiltelefon liege. Ein Argument könnte sein, dass man zukünftig nur noch das Mobiltelefon dabei haben muss und auf das Portemonnaie verzichten kann. Für mich persönlich sind jedoch folgende Argumente am überzeugensten:

  • Sicherheit: GPay (und genauso Apple Pay) erstellen für jede Transaktion eine virtuelle Kartennummer, die „echte“ Kartennummer wird dem Händler also nicht übermittelt. Angesichts regelmäßig auftretender Datenskandale, bei denen Kreditkartennummern entwendet werden, ist dies – gerade für Nutzungen im Ausland – ein wahrer Sicherheitsvorteil gegenüber der direkten Nutzung der physischen Karte. Es ist mir tatsächlich schon passiert, dass meine Kreditkartendaten einem Datenskandal zum Opfer fielen. Glücklicherweise wurde dies von meiner Bank erkannt und die Karte gesperrt, bevor damit Schaden angerichtet werden konnte.
  • Autorisierungsgeschwindigkeit: Die in Geschäften (PoS = point of sale) eingesetzten Terminals sind häufig nicht gerade schnell, insbesondere wenn eine PIN-Eingabe erforderlich ist. Bei GPay oder Apple Pay findet die Autorisierung von Beträgen über 25 EUR auf dem Gerät statt, was i.d.R. schneller gehen sollte.
  • Kontaktloses Zahlen: GPay und Apple Pay setzen auf NFC, sind also im Kern nichts anderes als eine kontaktlose Zahlung. Persönlich bin ich ein großer Fan der kontaktlosen Zahlung, da dies an der Kasse viel schneller geht als das elende Einstecken der Karte und Warten auf die Authorisierung. Natürlich gilt dieses Argument jedoch auch für die Zahlung mit physikalischen Karten.

Nutzungserfahrung
Seit der Einrichtung Ende Juni habe ich GPay in Deutschland, Großbritannien, Schweden und den USA testen können und durchweg sehr gute Erfahrungen gemacht. GPay funktioniert nahezu überall, wo auch eine NFC-Kreditkarten-Zahlung möglich ist.

Deutschland
In Deutschland trifft man leider ab und zu auf Terminals, die via NFC nur Girokarten akzeptieren, so gesehen z.B. bei Parkaus-Automaten in Frankfurt (Goetheplatz & Skyline Plaza) und Wiesbaden (Markt Tiefgarage). Was die Betreiber daran hindert, hier auf „den internationalen Standard“ zu setzen ist mir schleierhaft. Aus Kundensicht ist dies ein konstantes Ärgernis. Ulkig ist dies insbesondere im Skyline Plaza, da der dortige Automat sogar den Einschub von Kreditkarten zur Zahlung akzeptiert, diese aber nicht via NFC verarbeiten kann.

Die allgemeine Akzeptanz von GPay im Einzelhandel ist jedoch sehr gut. Egal ob Rewe, Edeka, Globus-Baumarkt oder Aldi. Werden NFC-Kreditkartenzahlungen akzeptiert, so ist auch die Zahlung mit GPay möglich, so zumindest meine bisherige Erfahrung.

Entgegen meiner Erwartungen habe ich bisher übrigens weder seltsame Kommentare oder Fragen von Kassenpersonal erhalten. Seit meinem NFC-Rant hat sich hier offenbar einiges verbessert.

Ausland
Auch im Ausland habe ich bisher sehr gute Erfahrungen mit GPay gesammelt. Interessant fand ich in den USA jedoch, dass die Existenz von GPay wohl nicht breit bekannt zu sein scheint und wenn man darüber kommuniziert, die Menschen denken, man habe gerade Apple Pay genutzt… vielleicht auch nur ein Zufallseindruck. Kurios war dies z.B. bei CVS, denn als ich kontaktlos Zahlen wollte, klärte man mich auf, dass „Apple Pay“ hier nicht angenommen wird. CVS hatte sich vor Jahren an einem eigenen mobilen Zahlungssystem probiert, das offenbar so erfolgreich war, dass man noch dieses Jahr Apple Pay unterstützen will. An einem Self-Service-Terminal habe ich es dann auch noch einmal verifizieren können: Auch GPay funktioniert bei CVS derzeit nicht.

Problematisch ist in den USA jedoch zu erkennen, ob NFC unterstützt wird und wenn ja, wo das Mobiltelefon dabei genau hinzuhalten ist. Bei Macy’s bin ich z.B. über ältere Terminals gestolpert, die keinerlei Kennzeichnung bzgl. NFC hatten, dies jedoch unterstützten, wie ich sah, als meine Karte dagegen gehalten wurde. Bei einem weiteren Versuch in der gleichen Filiale habe ich das Mobiltelefon anscheinend an die falsche Stelle gehalten, weshalb es zu einem Fehler kam. Insgesamt kann ich jedoch über sehr gute Erfahrungen mit GPay auch im Ausland berichten.

Sonstiges
Praktisch ist, dass gebuchte Transaktionen natürlich gleich auf dem Gerät angezeigt werden. Zudem gibt es auch eine Übersicht aller Transaktionen der letzten 30 Tage.

Google Pay transactions
Google Pay transactions

Auf Wunsch kann man sich von Android auch darauf hinweisen lassen, ob GPay unterstützt wird. Das sieht dann wie folgt aus:

Notification on availability of Google Pay
Notification on availability of Google Pay

Fazit
GPay funktioniert erwartungsgemäß und reibungslos im In- und Ausland. Die Anzahl der unterstützenden Banken ist m.E. für den deutschen Markt derzeit zu gering. Wenn Apple Pay, wie es die Gerüchtelage vermuten lässt, mit deutlich mehr Partnern startet, sehe ich für Apple Pay bessere Marktchancen. Ich bin jedenfalls gespannt darauf und freue mich auf den anstehenden Launch von Apple Pay in Deutschland. Ob ich GPay danach noch nutzen werde ist fraglich, zumal mein iPhone mein Hauptgerät ist.