NFC Payment

Mein kleiner NFC-Rant

Seit einigen Monaten beobachte ich wohlwollend, dass zunehmend mehr NFC-Terminals in Geschäften anzutreffen sind. Das freut mich deshalb, weil Besorgungen des täglichen Lebens in kleinem Umfang damit sehr schnell und unkompliziert bezahlt werden können:

Kein Einstecken der Karte ins Terminal, keine Unterschrift, keine PIN und vor allem nicht das elende Kramen nach Bargeld. Mir ist bewusst, dass es hierzu auch Sicherheitsbedenken gibt, aber das soll jetzt hier nicht Gegenstand sein. Aus Kundensicht, der schnell etwas kaufen und bezahlen möchte, ist NFC-Payment jedenfalls eine sehr angenehme und einfache Angelegenheit.

Leider hat sich diese Funktion sehr oft noch nicht bis zum letzten Glied im Laden, dem POS (Point of Sale) – sprich dem/der Kassierer/in durchgesprochen. Boshaft könnte man sagen, die Menschen, die dort die Karten-Terminals bedienen, haben nicht selten keine Ahnung davon, was diese Geräte können. Hier möchte ich sehr deutlich machen, dass dieses Defizit nicht den Menschen an der Kasse zuzuschreiben ist, sondern deren Vorgesetzten, die es offenbar nicht für nötig halten, dass das Kassenpersonal gut und richtig informiert ist.

Drei Dinge, die mir leider oft begegnen, nerven sehr:

  1. NFC wird nur auf Ansage aktiviert
    Es gibt Geschäfte, wie beispielsweise meinen lokalen Baumarkt, in denen man explizit sagen muss, dass man per NFC zahlen möchte, vorher ist die Funktion deaktiviert. Das kostet unnötig Zeit und setzt voraus, dass man auf einen Mitarbeitet trifft, der „NFC“ oder „kontaktlos“ schon einmal gehört hat und weiß, welche Taste zu drücken ist.
  2. Kassenpersonal, dass einen belehren möchte, wo die Karte einzustecken ist.
    Bei einem Lebensmitteleinzelhändler ist es mir neulich erst wieder passiert, dass eine Dame mich „aufklären“ wollte, wo die Karte einzuschieben ist, als ich die Karte (an der korrekten Stelle) über das Terminal hielt. Mein aufklärender Hinweis, dass ich kontaktlos per NFC zahle, brachte nur fragende Augen hervor, mündete dann jedoch in einem großen Staunen als die Kasse offenbar bestätigte, dass der Bezahlvorgang abgeschlossen ist. „Das wusste ich gar nicht, dass das geht.“ – hätte eigentlich eines Kommentars bedurft, sich mal mit den Funktionen der Kasse vertraut zu machen, aber ich habe es aus Höflichkeitsgründen bei einem „Ja, schönen Tag.“ belassen.
  3. Renitente Kassierer, die einem sofort die Karte aus der Hand reißen, wenn man „dummer Kunde“ nicht das macht, was sie erwarten.
    Heute hatte ich so einen Fall in einem Gartencenter und der Ärger darüber ist auch der Grund für diesen Beitrag… Ich habe das NFC-Logo auf dem Terminal gesichtet und die Karte (korrekt) aufgelegt, oder es zumindest versucht, meine Hand dorthin zu bewegen. Die Kassiererin versuchte dann sogleich, mir „dummen Kunden“ die Karte aus der Hand zu ziehen und kommentierte dabei: „Nein, die muss da unten rein.“ Ich habe mir dann aber zu ihrer Überraschung die Karte zurückerobert mit den Worten „Nein, muss sie nicht, ich zahle kontaktlos – schauen Sie, so geht das und schon fertig.“ Diesmal habe ich ob des natürlich erfolgreichen Bezahlvorgangs nicht nur ein erstauntes Gesicht geerntet, sondern völlige Orientierungslosigkeit. Für einen Augenblick schien es, als hätte mich die Dame für eine Art Hacker gehalten, der da ihre Kasse manipuliert hat, die nun „bezahlt“ zeigte, obwohl der Kunde die Karte nicht eingesteckt hatte und keine PIN abgefragt wurde. Die Hilflosigkeit mündete dann darin, dass sie auf dem gedruckten Beleg der Kasse nun eine Unterschrift einforderte. Der Versuch, ihr zu erklären, dass bei NFC-Zahlungen unterhalb einer gewissen Schwelle keine PIN abgefragt wird und schon gar keine Unterschrift erforderlich ist, brachte sie noch mehr aus dem Konzept. Um die Menschen nach mir nicht aufzuhalten, habe ich dann auf eine weitere Diskussion verzichtet…

Fazit:

Liebe Einzelhändler, bitte klärt Euer Personal richtig auf, was die Kassen-Terminals können, denn es ist in Eurem eigenen Interesse, dass Kunden schnell und bequem zahlen können und vor allem dass nachfolgende Kunden nicht länger als nötig aufgehalten werden.

Die besten Erfahrungen mit NFC habe ich übrigens bisher bei Aldi gesammelt, hier scheint man das Personal gut aufgeklärt zu haben. Das wundert mich nicht, denn würden sich andere Unternehmen ein Beispiel an der generellen Effizienz von Aldi-Kassen nehmen, würden wir in diesem Land wesentlich weniger Lebenszeit in Kassenschlangen vergeuden 😉

Speed-Test Telekom-Netz

LTE mit dem iPhone 6S und einer AT&T-SIM in den USA – der aktuelle Stand

Seit einigen Jahren ist mein Blog zur Informationsquelle vieler geworden, die sich über Prepaid-SIM-Karten in den USA informieren wollen. Da viele Fragen immer wieder auftauchen und ich auch häufig Anfragen per E-Mail erhalte, habe ich zu diesem Thema eine regelmäßig aktualisierte FAQ-Liste zusammengestellt.

Vor einer Woche war ich mal wieder in den USA und kann berichten, dass es einige kleine Änderungen gibt; die FAQ habe ich natürlich aktualisiert. Hier möchte ich eine kleine Zusammenfassung meiner neuen Erkenntnisse geben:

  • nachdem Tethering früher deaktiviert war, ist es nun erfreulicherweise aktiv
  • bei der Freischaltung des iPhones im AT&T-Shop wird die Seriennummer des iPhones benötigt, das ist neu
  • LTE ist für GoPhone freigeschaltet und funktioniert mit einem in Deutschland gekauften iPhone 6S (Modell MKQT2ZD/A)
  • der $60 Monthly Tarif beinhaltet derzeit komfortable 5 GB Datenvolumen und wird danach auf auch noch erträgliche 128 Kbit/s gedrosselt, früher wurde die Verbindung einfach nach Überschreitung des Datenvolumens gekappt

Ich war diesmal nur in New York (Manhatten, Brooklyn und Queens) unterwegs. Die Netzabdeckung war durchaus gut. Überraschend fand ich jedoch, dass viele Subway-Stationen nicht versorgt sind, da sind wir aus Frankfurt oder Berlin Besseres gewohnt. Erschreckend finde ich, dass man an einem Touristen-Hotspot wie Top of the Rock nur an wenigen Punkten Empfang hat und dies auch nur durchwachsen. Gegenüber meinem letzten Besuch dort in 2013 jedoch eine leichte Verbesserung, damals war gar kein Empfang gegeben.

Die LTE-Geschwindigkeit des AT&T-Netzes war für alltägliche Verwendungen wie kurze Recherchen oder die Nutzung von Google Maps absolut ausreichend. Beim Download von Podcasts zeigte sich jedoch, dass der Datendurchsatz deutlich unter dem vom Telekom-Netz in Deutschland gewohnten Niveau lag.

Speedtest AT&T in New YorkSpeedtest AT&T in New York
(Datengeschwindigkeit im LTE-Netz von AT&T)

Ich habe an unterschiedlichen Punkten in Manhattan Speed-Tests durchgeführt, die Ergebnisse bestätigen meinen Eindruck: Für alltägliche Anwendungen ist die Datengeschwindigkeit absolut ausreichend, aber insgesamt ist der Datendurchsatz im AT&T-Netz deutlich unter dem hierzulande gewohnten Niveau. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass GoPhone-Karten gegenüber Kunden mit Laufzeitverträgen mit geringerer Priorität behandelt werden; ein solches Verhalten lässt sich aus dem Kleingedruckten auf der AT&T-Webseite jedoch nicht ableiten.

Vergleichsweise hierzu ein aktueller Speed-Test im Telekom-Netz:

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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass GoPhone für USA-Touristen und Besucher weiterhin ein gut geeignetes Produkt ist, um eine preiswerte mobile Internetanbindung sicherzustellen. Angesichts der über die Jahre erfolgten Verbesserungen (höheres Datenvolumen, Drosselung statt Kappung nach Aufbrauchung des Volumens und Tethering) ist das Produkt weiterhin lohnenswert.

„Mit Weitblick, Vernunft und Mut“ – Stellungnahme der CDU-Fraktion zum Haushaltsplan 2016

Alexander Kurz, Vorsitzender der CDU-Fraktion Hofheim
(Es gilt das gesprochene Wort.)

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher Vater,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

vor uns liegt die alljährliche Sternstunde des Parlamentarismus, die Haushaltsdebatte…

Ich möchte mit einem ungewöhnlichen Schritt beginnen und zunächst einmal der Opposition danken:

Ein ernsthafter Dank dafür, dass wir uns in den Haushaltsberatungen in einigen Sachfragen zu gemeinsamen Formulierungen durchringen konnten. Wenn auch in teils unterschiedlichen Konstellationen, für unsere Positionen konnten wir stets breite Mehrheiten finden.

Und wenn ich schon bei den Dankesworten bin, dann gilt unser aller Dank natürlich all denen, die das operative Tagesgeschäft der Stadt am laufen halten und den Haushaltsplanentwurf aufstellen: Herzlichen Dank den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und der Hofheimer Eigenbetriebe sowie natürlich dem ehrenamtlichen und hauptamtlichen Magistrat.

Nicht danken möchte ich für teilweise absurde Beiträge einzelner oder das sinnlose Festbeißen in längst entschiedenen ideologischen Grabenkämpfen der Vergangenheit, auch wenn es uns diese Stimmen sicher einfacher machen, den Unterschied zwischen verantwortlichem Handeln im Sinne der Bürger dieser Stadt unsererseits und purem Klamauk andererseits aufzuzeigen. Auf diese Form der politischen Inszenierung, ohne Interesse an der tatsächlichen Sachfrage, könnten wir jedoch alle sicherlich gut und gerne verzichten!

Meine Damen und Herren,

knappe Kassen und strenge Haushaltsvorgaben schränken unseren Handlungsspielraum ein, gespannt haben wir deshalb auch darauf geblickt, wie sich die Reform des Kommunalen Finanzausgleich (KFA) auf Hofheim auswirken wird.

Mit Freude können wir heute feststellen, dass die Hessische Landesregierung bei der Umsetzung der Rechtsprechung des Staatsgerichtshofs Wort gehalten hat: 83 Prozent der hessischen Kommunen stehen mit dem neuen KFA mehr Mittel zur Verfügung als vorher, so auch Hofheim – das gibt uns etwas Luft. Konkret bedeutet dies für uns Schlüsselzuweisungen in Höhe von 5 Mio. EUR.

Mit der Haushaltsfortschreibung hat sich unser Defizit im Ergebnishaushalt gegenüber der Haushaltseinbringung leider noch einmal deutlich erhöht. Mit einem Defizit im ordentlichen Ergebnis von 3,28 Mio. EUR liegen wir jedoch eine halbe Millionen EUR unter dem Ergebnisdefizit des 2015er-Haushaltes – bei dessen Verabschiedung. Der Trend geht damit also in die richtige Richtung. Hierauf ausruhen können wir uns freilich nicht, denn im Nachtrag des 2015er-Haushaltes liegen wir aktuell bei einem Defizit von 7,9 Mio. EUR. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich ein solcher Ausreißer Ende 2016 nicht wiederholen wird, wenn auch unser Handlungsspielraum damit nicht größer wird.

Der nach wie vor außerordentlich hohe Bestand an Kassenkrediten bleibt ein Damoklesschwert über unserer Finanzlage, sollte das allgemeine Zinsniveau wieder ansteigen. Nur wenn es uns gelingt, positive Ergebnisse zu erzielen, können wir hier Abhilfe schaffen.

Zumindest kleine wirtschaftliche Erfolge können wir verbuchen: Dass wir als Union darauf bestanden haben, das Grundstück am Schießberg an den Markt zu geben, war die richtige Entscheidung, zumal sich derzeit abzeichnet, dass wir mit deutlich höheren Einnahmen für die Stadtkasse rechnen können als wenn das Projekt durch die HWB entwickelt worden wäre.

Trotz des schwierigen Gesamtumfeldes beweisen wir Handlungsfähigkeit und können heute, im weiteren Sitzungsverlauf, ein für Wallau besonders wichtiges Projekt endlich auf den Weg bringen. Wir sind sehr froh, dass zwischen der Stadt und dem Main-Taunus-Kreis eine Einigung bezüglich des Neubaus der Ländcheshalle erzielt werden konnte. Auch wenn es im Sommer zeitweise so aussah als würde es möglicherweise nicht zu einer einvernehmlichen Lösung kommen, haben am Ende die Wallauer Bürgerinnen und Bürger gewonnen, sie werden ihre lang ersehnte neue Halle nun bekommen! Für die erfolgreichen Verhandlungen auch ein ausdrückliches Dankeschön an den hauptamtlichen Magistrat!

Auch eine weitere wichtige Infrastrukturmaßnahme für Wallau tüten wir heute ein, den Neubau des Feuerwehrhauses. Ein Projekt im breiten Einvernehmen mit der Feuerwehr Wallau und zugleich das letzte große Bauprojekt bei den Feuerwehren in Hofheim.

Meine Damen und Herren,

in der Kernstadt treiben wir ebenso wichtige Entwicklungen weiter voran, die Hofheim auf Jahrzehnte prägen werden:

Mit dem Anstoß zur Arbeitsgruppe Kellereiplatz und dem eingeschlagenen Pfad zum Neubau der Stadtbücherei sind wir auf dem richtigen Weg die Neugestaltung rund um den Kellereiplatz städtebaulich zu vollenden und gleichzeitig einen Brückenschlag zur Altstadt zu vollziehen. Bei aller mehr – oder leider meist weniger – sachlichen Kritik müssen wir uns immer wieder vergegenwärtigen:

Viele andere Städte wären dankbar für eine so tolle Innenstadt wie die unsrige. Und alles was wir hier anstoßen dient nur einem Ziel, die Attraktivität und Bindungskraft dieses einmaligen Kleinods zu erhalten und nachhaltig zu stärken!

Damit einher geht im Übrigen auch die Belebung des Wasserschlosses im Wege der Neuausrichtung der Hofheimer Jugendarbeit: Das Wasserschloss liegt am Übergang zwischen Altstadt und Kellereiplatz und damit perfekt zentral. Wie beliebt dieser Bereich bei Jugendlichen ist, wird seit der Umgestaltung des Kellereiplatzes und insbesondere in den Sommermonaten immer sehr augenscheinlich.

Und wenn wir gerade bei der Belebung der Innenstadt sind: Wir haben uns sehr gefreut, dass das neue Konzept des Adventmarktes ein voller Erfolg war – ein herzliches Dankeschön an alle, die an Konzeption, Planung und Durchführung beteiligt waren!

Aber nicht nur in der Innenstadt geht es voran: Während andere noch Fledermäuse zählen, gestalten wir Hofheims Zukunft! Wir sind in der glücklichen Lage, dass insbesondere im Main-Taunus-Kreis keine Landflucht stattfindet – im Gegenteil wir sind als Wohn- und Arbeitsumfeld so attraktiv, dass wir in den kommenden Jahrzehnten noch mit einem Bevölkerungszuwachs zu rechnen haben.

Der Druck auf dem Hofheimer Wohnungsmarkt ist schon jetzt immens – die Antwort hierauf kann nicht sein, die Stadtmauern hochzuziehen und Wohnungssuchende ihrem Schicksal zu überlassen. Ob mit der sehr gut aufgestellten HWB einerseits oder durch die Entwicklung neuer Baugebiete wie der Vorderheide II andererseits, reagieren wir auf diesen Bedarf.

Meine Damen und Herren,

ich habe es schon im Planungsausschuss unterstrichen – nach 30 Jahren, etlichen Anhörungen, endlosen Papieren und Diskussionen möchte ich an die Gegner des Projektes appellieren, zu einer sachlichen Debatte zurückzukehren und das sinnlose zündeln immer neuer Störfeuer endlich einzustellen. Die unsägliche Diskussion im Planungsausschuss hierzu war wieder ein solches Beispiel. Bei aller ideologischen Verklärung, die manche umzutreiben scheint, muss man doch auch irgendwann erkennen, dass es hier um ein für die Stadt wichtiges Projekt geht. Die Belange der Fledermäuse in allen ehren, aber auch wir Menschen haben schützenswerte Interessen!

Und Wohnraum werden wir – das sollte jedem klar sein – auf absehbare Zeit in Hofheim auch aus anderem Anlass dringend benötigen: Wir alle stehen angesichts der Flüchtlingssituation vor einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Ich spreche absichtlich nicht von Krise, denn ich halte es hier mit unserer Bundeskanzlerin: Wir sind ein wirtschaftlich starkes Land – wir werden das schaffen!

Realistisch muss man jedoch festhalten, dass wir erst am Anfang stehen, denn erst wenn eine größere Anzahl der Flüchtlinge anerkannt ist und die Erstaufnahmeeinrichtungen verlässt, steht eine dauerhafte Unterbringung auf der Agenda. Mit einem entsprechenden Antrag schaffen wir dafür heute die notwendigen Planungsvoraussetzungen.

Uns allen muss jedoch klar sein, dass dies nur ein erster Schritt ist. Es wird auch eine städtische Aufgabe sein, später zu Integration anerkannter, bleibeberechtigter Flüchtlinge beizutragen. Hierfür wünschen wir uns eine Willkommenskultur ohne Angst vor dem vermeindlich Fremden. Ich bin sicher, dass die weltoffenen und toleranten Hofheimerinnen und Hofheimer sowie die Stadt ihren Teil hierzu beitragen wird. Integration ist jedoch keine Einbahnstraße, hierzu gehört gleichwohl auch ein Bekenntnis zu den Grundwerten unserer Gesellschaft und Rechtsordnung – dies werden wir auch einfordern!

Meine Damen und Herren,

auch wenn es nun von diesem Thema kommend ein harter Schnitt ist, möchte ich abschließend noch auf einige konkreten Haushaltsanträge eingehen, denn neben dem großen Ganzen, haben wir schließlich auch konkrete Änderungen im vorliegenden Haushaltsplanentwurf vorgenommen.

Nach der teils hitzigen Debatte um die mit der LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung verbundenen Kosten für Anlieger, haben wir uns entschieden, die dafür vorgesehene Haushaltsposition mit einem Sperrvermerk zu versehen. Wir reagieren damit auf die berechtigten Fragen und Einwendungen. Klar ist, dass die LED-Technik alleine bereits auf Grund des deutlich geringeren Stromverbrauchs ökologisch wünschenswert ist. Eine Umrüstung muss jedoch insgesamt sinnvoll sein und darf auch nicht zu einer Belastung über Gebühr für die betroffenen Anlieger führen, insofern wollen wir uns ausreichend Zeit geben, das Thema intensiv abzuwägen.

Nachdem uns in den vergangenen Jahren vor allem der ruhende Verkehr in den Haushaltsberatungen intensiv beschäftigt hat, diskutieren wir derzeit die Überwachung des bewegten Verkehrs. Der Haushaltsplanentwurf sah Mittel mit der Bezeichnung „Stationäre Blitzer Eso“ vor. Dies war deshalb problematisch, weil die Haushaltsstelle eine Festlegung auf eine konkrete Maßnahme – nämlich stationäre Blitzer – mittels eines konkreten Verfahrens vorsah. Ein Haushaltsansatz sollte jedoch ausreichend politischen Spielraum bieten und vor allem sollte er das Ergebnis der Beratungen noch nicht vorwegnehmen. Die Beratungen hierüber dauern noch an, allein schon deshalb konnten wir keine Haushaltsstelle beschließen, die schon ein konkretes Ergebnis festschreibt. Wir haben uns im HFBA auf die Formulierung „Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung“ geeinigt, denn wir denken vom Ziel her. Unser Ziel ist eine erhöhte Verkehrssicherheit durch punktuelle Geschwindigkeitsreduzierungen – es ist nicht unser Ziel, Bürgerinnen und Bürger abzukassieren. Sollten wir uns am Ende für stationäre oder mobile Blitzer als geeignete Maßnahmen entscheiden, werden wir sehr genau prüfen, ob diese dem Ziel der Verkehrssicherheit an den konkreten Standorten tatsächlich dienen. Für die Union steht fest: Blitzer dürfen nur dem Zweck der Verkehrssicherheit dienen, sie sind grundsätzlich kein geeignetes Mittel zur Haushaltssanierung!

Ein wesentlicher Punkt der Haushaltsberatungen war auch der Radverkehr in Hofheim. Wir schaffen nun erstmalig die Funktion eines Radverkehrsbeauftragten. Dabei gehen wir vernünftig vor, indem wir Ressourcen innerhalb der Verwaltung an einer Schnittstellenfunktion nutzen und anders als ursprünglich von den Grünen gewünscht, lassen wir diesen zunächst ein Konzept für die Funktionsausübung erarbeiten, anstatt direkt Mittel ohne Funktionsbeschreibung einzustellen. Wir gehen hier gleichermaßen sorgsam mit Haushaltsmitteln um und machen vor allem nicht den zweiten vor dem ersten Schritt. Der neue Radverkehrsbeauftragte wird zugleich – und hier freue ich mich, dass ein gemeinsamer Antrag mit der Opposition möglich war – pauschale Mittel im Haushalt für Radverkehrsmaßnahmen vorfinden: 20.000 EUR im Ergebnishaushalt und 100.000 EUR im Finanzhaushalt.

Abschließend haben wir mit den Stimmen aller Ausschussmitglieder auch noch einmal bekräftigt, dass eine zweckmäßige Bürgerbeteiligung bei der Haushaltsaufstellung weiter verfolgt werden und der bereits begonnene Diskussionsprozess in der kommenden Wahlperiode fortgesetzt werden soll. Ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass insbesondere in der Abwägung von Sparmaßnahmen eine weitgehende bürgerschaftliche Debatte zu mehr Akzeptanz führen kann.

Meine Damen und Herren,

die CDU hat einen ganz klaren Gestaltungswillen für unsere Heimatstadt:

Wir gestalten nicht aus einem schnellen Bauchgefühl heraus,

wir gestalten nicht ideologisch, vorbei an Realitäten

und wir gestalten nicht durch zaghaftes auf der Stelle treten.

Wir gestalten mit Weitblick, mit Vernunft und mit Mut!

Wir werden diesem Haushalt zustimmen.

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