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Funktioniert ein US-iPhone in Europa?

In Zusammenhang mit meinem Beitrag über die Nutzung hiesiger iPhones in den USA kam auch immer wieder die Frage auf, ob es Sinn macht, sich ein iPhone aus den USA mitbringen zu lassen. Auch im Bekanntenkreis fällt immer mal wieder die Frage, ob das nicht viel günstiger sei auf Grund des Dollar-Euro-Gefälles.

Was den reinen Preis angeht, gibt es zunächst Einfuhrrechtliches zu beachten:

  1. Die USA sind gegenüber den EU-Staaten ein Drittland, hierfür gelten andere zollrechtliche Bestimmungen.
  2. Wer etwas aus einem Drittland einführt, muss (von Freigrenzen abgesehen) die eingeführte Ware verzollen und zudem Einfuhrumsatzsteuer (= Mehrwertsteuersatz) abführen.

Freimenge – Ist ein iPhone von der Freimenge erfasst?

Wer aus einem Drittland (also in diesem Beispiel den USA) nach Deutschland zurückkehrt, kann sich beim Zoll auf eine Reisefreimenge von 430 EUR berufen.

Das günstigste Modell des iPhone 5s (mit 16 GB) kostet derzeit in den USA 649 USD. Das entspricht bei aktuellem Dollar-Kurs ungefähr 470 EUR. Das Einführen eines iPhones übersteigt also die Reisefreimenge und muss bei der Einfuhr beim Zoll angemeldet werden.

Technik – Ist ein US-iPhone technisch identisch mit einem EU-iPhone?

Wer sich mit den Unterschieden im internationalen mobilen Telekommunikationsmarkt noch nie beschäftigt hat, mag vielleicht gar nicht auf die Idee kommen, dass Telefonmodelle in anderen Ländern nicht baugleich sein könnten – doch genau dies ist der Fall. Weltweit gelten unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen und Mobilfunk findet auf unterschiedlichen Frequenzen oder gar in Form unterschiedlicher Technologien statt. Es ist also gerade nicht selbstverständlich, dass ein im Ausland gekauftes Smartphone hier in Europa überhaupt genauso funktioniert wie im Erwerbsland.

Auch auf Apples iPhone trifft dies zu. Es gibt vom iPhone 5s insgesamt acht unterschiedliche Varianten für verschiedene Regionen der Welt.

Das in Europa verkaufte Modell trägt die Bezeichnung „Model A1457“. In den USA wird das „Model A1533“ in zwei Untervarianten (UMTS und CMDA) verkauft. Zwischen den US-Versionen und der EU-Version gibt es einen entscheidenden Unterschied: Beide unterstützen unterschiedliche LTE-Frequenzbereiche.

  • Das US-Modell (A1533) unterstützt die LTE-Bänder 1, 2, 3, 4, 5, 8, 13, 17, 19, 20 und 25
  • Das EU-Modell (A1457) unterstützt die LTE-Bänder 1, 2, 3, 5, 7, 8 und 20

Damit unterstütz das US-Modell sogar mehr LTE-Bänder als das hier verkaufte. Apple hat die unterstützen Bänder auch noch einmal in einer Übersicht zusammengefasst.

In Deutschland werden derzeit folgende LTE-Bänder genutzt:

  • Deutsche Telekom: Band 3, 7 und 20
  • Vodafone: Band 7 und 20
  • o2: Band 7 und 20
  • E-Plus: Band 3

Bei drei der vier deutschen Netzbetreiber kommt also das LTE Band 7 (2600 MHz) zum Einsatz und genau dieses Band unterstütz das US-iPhone-Modell nicht!

Es mag sein, dass die LTE-Nutzung für viele noch nicht so wichtig ist, oder der eigene Vertrag wohlmöglich gar keine LTE-Nutzung zulässt. Der Mobilfunkmarkt ist jedoch sehr schnelllebig, LTE wird mit Sicherheit in absehbarer Zeit zum Standard in allen Tarifen werden. Wer in ein Smartphone dieser Preisklasse investiert, sollte sich gut überlegen, ob man langfristig auf eines der Killer-Features (LTE) verzichten will.

Fazit

Bedenkt man die Einfuhrkosten (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) ist ein US-iPhone deutlich teurer als man auf den ersten Blick denken könnte. Weiterhin unterstützt das US-iPhone-Modell eine von drei Netzbetreibern genutzte LTE-Frequenz nicht. Es macht damit m.E. keinen Sinn, ein iPhone in den USA zu kaufen.

Zum Abschluss sei der Hinweis gegeben, dass dieser Beitrag nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Falls ein Aspekt übersehen oder nicht korrekt dargestellt wurde, bin ich für Hinweise dankbar.

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