Posts Tagged‘prepaid’

LTE mit dem iPhone 6S und einer AT&T-SIM in den USA – der aktuelle Stand

Seit einigen Jahren ist mein Blog zur Informationsquelle vieler geworden, die sich über Prepaid-SIM-Karten in den USA informieren wollen. Da viele Fragen immer wieder auftauchen und ich auch häufig Anfragen per E-Mail erhalte, habe ich zu diesem Thema eine regelmäßig aktualisierte FAQ-Liste zusammengestellt.

Vor einer Woche war ich mal wieder in den USA und kann berichten, dass es einige kleine Änderungen gibt; die FAQ habe ich natürlich aktualisiert. Hier möchte ich eine kleine Zusammenfassung meiner neuen Erkenntnisse geben:

  • nachdem Tethering früher deaktiviert war, ist es nun erfreulicherweise aktiv
  • bei der Freischaltung des iPhones im AT&T-Shop wird die Seriennummer des iPhones benötigt, das ist neu
  • LTE ist für GoPhone freigeschaltet und funktioniert mit einem in Deutschland gekauften iPhone 6S (Modell MKQT2ZD/A)
  • der $60 Monthly Tarif beinhaltet derzeit komfortable 5 GB Datenvolumen und wird danach auf auch noch erträgliche 128 Kbit/s gedrosselt, früher wurde die Verbindung einfach nach Überschreitung des Datenvolumens gekappt

Ich war diesmal nur in New York (Manhatten, Brooklyn und Queens) unterwegs. Die Netzabdeckung war durchaus gut. Überraschend fand ich jedoch, dass viele Subway-Stationen nicht versorgt sind, da sind wir aus Frankfurt oder Berlin Besseres gewohnt. Erschreckend finde ich, dass man an einem Touristen-Hotspot wie Top of the Rock nur an wenigen Punkten Empfang hat und dies auch nur durchwachsen. Gegenüber meinem letzten Besuch dort in 2013 jedoch eine leichte Verbesserung, damals war gar kein Empfang gegeben.

Die LTE-Geschwindigkeit des AT&T-Netzes war für alltägliche Verwendungen wie kurze Recherchen oder die Nutzung von Google Maps absolut ausreichend. Beim Download von Podcasts zeigte sich jedoch, dass der Datendurchsatz deutlich unter dem vom Telekom-Netz in Deutschland gewohnten Niveau lag.

Speedtest AT&T in New YorkSpeedtest AT&T in New York
(Datengeschwindigkeit im LTE-Netz von AT&T)

Ich habe an unterschiedlichen Punkten in Manhattan Speed-Tests durchgeführt, die Ergebnisse bestätigen meinen Eindruck: Für alltägliche Anwendungen ist die Datengeschwindigkeit absolut ausreichend, aber insgesamt ist der Datendurchsatz im AT&T-Netz deutlich unter dem hierzulande gewohnten Niveau. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass GoPhone-Karten gegenüber Kunden mit Laufzeitverträgen mit geringerer Priorität behandelt werden; ein solches Verhalten lässt sich aus dem Kleingedruckten auf der AT&T-Webseite jedoch nicht ableiten.

Vergleichsweise hierzu ein aktueller Speed-Test im Telekom-Netz:

IMG_5931

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass GoPhone für USA-Touristen und Besucher weiterhin ein gut geeignetes Produkt ist, um eine preiswerte mobile Internetanbindung sicherzustellen. Angesichts der über die Jahre erfolgten Verbesserungen (höheres Datenvolumen, Drosselung statt Kappung nach Aufbrauchung des Volumens und Tethering) ist das Produkt weiterhin lohnenswert.

USA-Urlaub mit dem iPhone: Wie man ein freigeschaltetes iPhone mit einer AT&T GoPhone Prepaid SIM nutzen kann

Flattr this

 

Update 19.01.2015

Da sich dieser Artikel immer noch großer Beliebtheit erfreut, habe ich einige wichtige Punkt in einer FAQ-Liste zusammengefasst.

Update 30.10.2013

Ende September / Anfang Oktober war ich wieder in den USA, höchste Zeit für eine Fortschreibung!

Das ist der neuste Stand:

  • Das Theater in den at&t-Shops hat inzwischen ein Ende. Im Store auf dem Times Square in New York war es kein Problem eine GoPhone-SIM-Karte für mein iPhone zu erhalten. Diskussionen, wie in der Vergangenheit (siehe unten), gab es nicht mehr. Der Store-Mitarbeiter sagte mir sogar, dass man Touristen als Kunden erkannt habe und gerade in diesem Store fast nur noch Karten für Touristen aktiviere.
  • Auch eine Nano-SIM zu erhalten, war kein Problem.
  • Mein kurz vor der Reise erworbenes iPhone 5S funktionierte im at&t-Netz ohne Probleme. Einzig LTE konnte ich nicht nutzen, was daran liegt, dass das in Deutschland verkaufte Modell des iPhone 5S die US-LTE-Frequenzen nicht unterstützt. Das iPhone zeigte jedoch fast immer „4G“ an, hierzu muss man allerdings wissen, dass at&t HSDPA+ als „4G“ bezeichnet. Wie ich bei anderen iPhones gesehen habe, wird bei LTE-Verbindungen auch in den USA „LTE“ angezeigt.
  • Bei der Auswahl der GoPhone-Tarife gibt es nur noch eine sinnvolle Möglichkeit, den 60 USD Plan. Hierin sind vor allem 2 GB Daten enthalten. Zwar findet man in den USA viele offene Hotspots vor, wer jedoch im Land unterwegs ist, navigieren möchte und ohne Einschränkungen surfen möchte, wird mit diesem Tarif gut bedient. Für 10 USD kann man jeweils ein weiteres GB – bei Bedarf – hinzukaufen. Ich habe in zwei Wochen, bei intensiver Nutzung, knapp 3 GB Daten verbraucht. Ich habe das iPhone mit Google Maps und der iOS-Karten-App zum Navigieren genutzt und habe mich auch ansonsten in meiner Nutzung nicht eingeschränkt. at&t rechnet die Datennutzung weiterhin sehr genau ab. Ständige Verluste wie hierzulande üblich (Stichwort Blockrundung) gibt es bei at&t nicht.
  • Tethering ist leider weiterhin mit GoPhone-Karten nicht möglich. Wer also z.B. noch ein iPad mit versorgen will, braucht eine zweite SIM. Ergänzung: Diese Aussage bezieht sich nur auf iOS, mit Android ist Tethering möglich. (Danke an Johannes für den Hinweis.)
  • Ich war diesmal im Nord-Osten unterwegs (konkret in: New York , New Hampshire, Massachusetts und Maine). Gerade im White-Mountain-National-Forest und im nördlichen Teil von Maine kam es doch häufiger vor, dass gar kein at&t-Netz verfügbar war. EDGE ist mir jedoch nur einmal begegnet, denn wenn Netz vorhanden war, dann war dieses auch 3G bzw. 4G. Bei Speedtests kam ich i.d.R. auf 5 MBit/s im Download, selten jedoch auf mehr als 1 Mbit/s im Upload. Das at&t-Netz war somit – bezogen auf den Datendurchsatz – schlechter ausgebaut als ich dies im vergangenen Jahr in Kalifornien erlebt habe, aber insgesamt noch gut.

Update 28.04.2012

AT&T hat die Datenpakete verbessert, mehr Infos dazu hier.

Wer das iPhone ernsthaft nutzt weiß, dass es ein datenhungriges Gerät ist.

Auslandsdatentarife sind unbezahlbar

Im Gegensatz zum BlackBerry gibt es z.B. keine Datenkomprimierung, was bei der Nutzung einer deutschen SIM im Ausland zu einer erheblichen Kostenfalle werden kann. Gerade mit dem iPhone kommt man nicht mit einem Datenvolumen von 1 MB im Monat aus, obgleich die Auslandsdatentarife deutscher Anbieter so gestrickt sind als würde dies ausreichen.

Im Fall von o2 kostet die Datennutzung in den USA beispielsweise 0,12 EUR pro 10 KB – ein MB Datenübertragung kostet also heftige 12 EUR! Wenn man nicht gerade einen Goldesel zu Hause hat, ist bei solchen Preisen eine Datennutzung im Ausland nahezu unmöglich.

Besonderheiten des US-Mobilfunkmarktes

Ein naheliegender Gedanke – gerade für Nutzer freier iPhones – ist natürlich, eine lokale Prepaidkarte zu nutzen. Doch Vorsicht, der US-Mobilfunkmarkt unterscheidet sich in einem ganz wesentlichen Punkt von Europa:

Nur der Anbieter AT&T ist voll kompatibel mit dem GSM/UMTS-iPhone! Sprint und Verizon nutzen kein GSM/UMTS, sondern CDMA-Netze; dort funktionieren GSM/UMTS-Telefone gar nicht! Einzig T-Mobile USA nutzt auch GSM/UMTS, jedoch auch hier mit einer Einschränkung: T-Mobile USA nutzt eine vom sonstigen Standard abweichende UMTS-Frequenz, die nahezu kein europäisches Telefon beherrscht – das GSM/UMTS-iPhone auch nicht. T-Mobile USA kann man mit einem GSM/UMTS-iPhone deshalb nur im GSM-Modus nutzen, d.h. man kann – wie beim ersten iPhone – nur mit EDGE surfen, 3G bzw. UMTS funktioniert nicht!

Ernsthaft kommt deshalb ausschließlich AT&T für iPhone-Urlauber in Frage!

Prepaid-Karte von AT&T

AT&T bietet ein Prepaid-Produkt an, das sich GoPhone nennt. In den USA spricht man hierbei übrigens weniger von „prepaid“, sondern man nennt es dort „pay as you go plan“. (Um den Tarif angezeigt zu bekommen, muss man eine US-Postleitzahl eingeben z.B. 10008.)

Um eine GoPhone-SIM zu bekommen, geht man am besten in einen lokalen AT&T-Shop, die es i.d.R. in jeder größeren Stadt in den Einkaufspassagen gibt. Vereinzelt sind die Karten auch bei Elektromärkten wie z.B. BestBuy erhältlich.

AT&T ist offizieller iPhone-Partner in den USA, was zur Folge hat, dass AT&T offiziell das iPhone nur mit Laufzeitverträgen unterstützt. Prepaid-Karten für iPhones werden offiziell nicht unterstützt – auch nicht für freigeschaltete ausländische iPhones!

Wenn man in einen AT&T Shop geht, muss man deshalb unbedingt folgende Regeln beachten:

  1. Nie, nie, nie sagen, dass man die SIM für ein iPhone will, sonst heißt es, dass das nicht unterstützt wird und man bekommt die SIM nicht.
  2. Nicht sagen, dass Ihr Datenpakete nutzen wollt, sonst bekommt man erzählt, dass das nur mit Mobiltelefonen geht, die man bei AT&T kauft.
  3. Einfach sagen, dass man nur telefonieren will und wenn man gefragt wird, was man für ein Telefon hat, z.B. behaupten, man habe ein freigeschaltetes Nokia-GSM-Telefon oder ähnliches.

Auswahl des Grundtarifes

Hat man die erste Hürde genommen und einen AT&T-Mitarbeiter überzeugt, dass man die SIM „tatsächlich haben darf“, muss man einen von drei Grundtarifen auswählen.

Für Touristen wird in aller Regel nur der 10 Cent / Minute Plan sinnvoll sein. An dieser Stelle noch ein weiterer Hinweis auf eine US-Besonderheit, die wir in Europa nicht kennen: Man zahl in den USA für Airtime, d.h. man zahl die 10 US-Cent die Minute immer, auch wenn man angerufen wird! Und man zahlt auch für eingehende SMS! Dieser Besonderheit sollte man sich bewusst sein.

Die Kostenkontrolle fällt bei GoPhone sehr praktisch aus, da nach jedem Telefonat oder SMS noch eine „FlashSMS“ hinterher kommt, die einen informiert, wie viel das letzte Telefonat bzw. SMS gekostet hat und wie hoch das Restguthaben ist.

Der Kauf der GoPhone-SIM kostet einmalig 25 $, die aber auch gleich als Gesprächsguthaben zur Verfügung stehen.

Datenpakete

Das für iPhone-Nutzer wirklich Spannende, sind die Datenoptionen. Die von AT&T angebotenen Datenoption sind zwar vergleichsweise teuer, aber kundenfreundlich in der Ausgestaltung. Es gibt:

  • 10 MB für 5 $
  • 100 MB für 15 $
  • 500 MB für 25 $

Alle Datenoptionen können mehrfachgebucht werden und gelten immer für dreißig Tage. Wenn man z.B. drei Wochen unterwegs ist und 500 MB pro Woche als realistischen Wert ansetzt, bucht man einfach die 500 MB Option drei Mal und hat somit 1500 MB Volumen. Überschreitet man das gebuchte Datenvolumen, gehen Datennutzungen zu Lasten des übrigen Gesprächsguthabens – allerdings zu einem erheblich hören Preis! Insofern empfiehlt es sich den Datenvolumenzähler des iPhone zurückzusetzen und den Datenverbrauch zu überwachen. Das aktuell übrige Volumen kann man auf der AT&T Webseite auch einsehen. Positiv anzumerken ist, dass AT&T offenbar keine Blockrundung vornimmt und das Volumen sehr genau abrechnet, entgegen der in Deutschland üblichen Blockrundungen weicht der iPhone Datenzähler deshalb nicht wesentlich vom AT&T-Zähler ab.

Problem Micro-SIM

Das iPhone 4 benötigt eine Micro-SIM. AT&T unterstützt aber das iPhone für den Prepaid-Tarif offiziell nicht, deshalb bekommt man von AT&T nur normale SIM-Karten. Eine SIM-Karten-Stanze gehört deshalb ins Reisgepäck. Solche Stanzen sind für wenige Euro auf ebay oder bei Amazon erhältlich.

Für den letzen Feinschliff empfiehlt sich, eine Nagelfeile zu verwenden.

iPhone austricksen

Eine der wenigen Dinge, die ich am iPhone wirklich hasse ist, dass Mobilfunkanbieter bestimmen können, welche Funktionen mein Gerät hat. Ich bin der Auffassung, dass bei einem freien iPhone niemand außer mir selbst über den Funktionsumfang zu entscheiden hat! Die Realität ist aber leider eine andere:

Da AT&T offizieller Partner von Apple ist, verschwindet das Menü der APN-Einstellungen im iPhone sofort, wenn man eine AT&T-Karte einsetzt. Noch schlimmer ist aber, dass das iPhone automatisch den APN für AT&T-Vertragskunden einstellt, der vom GoPhone APN abweicht. Folge ist, dass das iPhone die Fehlermeldung „Mobiles Datennetz konnte nicht aktiviert werden“ ausgibt.

Mit einem simplen Trick gelingt es jedoch, das iPhone zu überlisten und den richtigen APN einzutragen:

  1. Deutsche SIM-Einlegen
  2. APN-Menü aufrufen
  3. AT&T SIM einlegen, während das APN-Menü noch auf dem Display ist
  4. AT&T GoPhone APN-Daten eintragen (siehe unten)

Nachdem man das APN-Menü verlässt, verschwindet das APN-Menü zwar wieder, aber das iPhone behält die selbst eingestellten Daten solange die SIM drin bleibt.

Folgende Daten müssen eingetragen werden:

APN: wap.cingular
Unsername: wap@cingulargprs.com
Password: CINGULAR1 (Großschreibung beachten!)

Tethering ist bei AT&T-Laufzeitverträgen kostenpflichtig, was zur Folge hat, dass das Tethering-Menü des iPhones verschwindet, sobald die AT&T SIM im Gerät steckt.

Administration und Buchung von Optionen

AT&T akzeptiert bei der Anmeldung für GoPhone und bei der Buchung von Optionen zwar deutsche Kreditkarten, aber auch hier gibt es ein paar Stolperfallen, wie z.B. dass man als Bundesstaat einfach „Foreign“ auswählen muss, um in bestimmten Menüs weiterzukommen. Wenn man versucht, sich über att.com einzuloggen, um den Anmeldeprozess für GoPhone zu beenden, scheitert man irgendwann daran, dass man keine US-Sozialversicherungsnummer hat. Aber über eine andere Webseite kommt man trotzdem weiter:

www.myprepaidrefill.com

AT&T Netz

Zum Abschluss noch ein paar Anmerkungen zum Netz: Im Netz liest man oft das Jammern von AT&T-Kunden über das schlechte Netz.

Wer die Qualität deutscher Netze gewohnt ist, wird in den USA erst mal einen Kulturschock bekommen, denn das AT&T-Datennetz ist wirklich unfassbar schlecht, gemessen an deutschen Standards. Während wir hier mit HSPA schnelle Datenverbindungen gewohnt sind, kann man in den USA glücklich sein, wenn einfache UMTS-Geschwindigkeit erreicht wird.

Gerade in großen Städten wie New York oder Chicago kann es bis zu 10 Minuten dauern, ein Bild mit der facebook-App hochzuladen und bei der Navigation mit Google Maps schafft es das Netz oft nicht, die Karten analog der Fahrgeschwindigkeit nachzuladen.

Durch Zurückschalten auf EDGE kann man teilweise schnellere Datengeschwindigkeiten erreichen als via 3G.

Was die Netzabdeckung an sich angeht, gibt es weniger Probleme. Es gibt jedoch – gerade auf langen Interstate Highways – Streckenabschnitte, an denen gar kein Datennetz, sondern einfach nur GSM verfügbar ist.

Fragen / Anmerkungen / Kommentare

Falls ich weitere Fragen beantworten kann, irgendetwas vergessen habe, oder Ihr weitere Tipps habt, bin ich für Kommentare dankbar.

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf die Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung: https://www.alexander-kurz.de/impressum/

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen