USA-Urlaub mit dem iPhone – Internet mit der eSIM

USA-Urlaub mit dem iPhone  – Internet mit der eSIM

Seit 2011 habe ich hier regelmäßig über den aktuellen Stand zum Thema mobile Datennutzung mit dem iPhone berichtet. Wer auch in den USA mobil auf das Internet zugreifen wollte, hatte bisher – angesichts unverschämter Roamingpreise – nur die Wahl eine lokale SIM-Karte einzulegen.

In den früheren Jahren war meine Empfehlung hier ausschließlich AT&T, vor allem weil T-Mobile USA für 3G/UMTS zum Teil Frequenzen nutzte, die in Deutschland verkaufte iPhones nicht beherrschten. Mit LTE und dem immer besser werdenden T-Mobile-US-Netz hat sich dies inzwischen fast egalisiert. Nutzt man ein aktuelles iPhone-Modell, das alle notwendigen Frequenzen unterstützt, in eher urbanen Bereichen, ist T-Mobile-US inzwischen eine sehr interessante Alternative. Wer sich jedoch bei einem Roadtrip in abgelegenere Gebiete begibt, hat mit AT&T tendenziell eine bessere Netzabdeckung in der Fläche.

Wie ist der Stand bei Datenpässen, den Roaming-Angeboten der Deutschen Telekom?

Während die Datenpässe in den vergangenen Jahren indiskutabel wenig Datenvolumen enthielten und überteuert waren, hat sich der Markt nun etwas bewegt.

Die Deutsche Telekom bietet für die USA inzwischen drei verschiedene Datenpässe an. Ganz ehrlich, DayPass S und WeekPass M sind aberwitzig sinnlose Optionen, denn wer sein Smartphone ernsthaft nutzt, kommt damit nicht weit. Der WeekPass L ist für Powernutzer wie mich auch unbrauchbar, aber ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die mit einem 1 GB in der Woche auskommen. Wer es möglichst einfach haben möchte, dem empfehle ich, auf den WeekPass L zurückzugreifen – ein Klick und man ist in den USA online.

Breaking: Anscheinend testet die Deutsche Telekom ab dem 1. Juli 2019 eine neue DayFlat unlimited Option für die USA. Dieser Schritt ist sehr zu begrüßen und wer tatsächlich größere Datenmengen in den USA bewegen will, hat damit eine interessante Alternative zur lokalen SIM-Karte.

Schnelles und günstiges Internet in den USA mit der eSIM

Eines der weniger beachteten Features des iPhone Xs ist die eingebaute eSIM. Für Auslandsreisen ist dies ein Game-Changer, denn nie war es einfacher, eine lokale SIM-Karte schneller und günstiger zu aktivieren. Bereits mit der Apple-SIM wurde Roaming mit dem iPad zum Vergnügen.

Wer noch nichts von der eSIM gehört hat, hier die Kurzfassung: Das iPhone Xs hat eine programmierbare SIM eingebaut, auf die sich weitere Tarife schalten lassen. Im Menü des iPhones kann man dann z.B. auswählen, welche „Leitung“ (=SIM-Karte) für Datenverbindungen im Ausland genutzt werden soll. Es ist damit also möglich, dass man unter der deutschen Mobilnummer weiterhin erreichbar ist, für mobile Daten jedoch eine US-eSIM verwendet.

Die T-Mobile-US eSIM, eine klare Empfehlung

T-Mobile-US hat Touristen als Zielgruppe erkannt und bietet ein tolles Produkt, um sehr schnell eine US-eSIM auf das eigene iPhone Xs zu schalten. Um eine eSIM zu schalten, geht man wie folgt vor:

1. Installation der T-Mobile eSIM App

In einem ersten Schritt prüft die App, ob das verwendete Gerät eSIM-Kompatibel ist.

2. Einrichtungsdialog

Darauf folgt ein sehr einfacher Einrichtungsdialog, in welchem man ein paar wenige persönliche Anmeldedaten zur Verfügung stellt, einen Tarif wählt und eine Zahlungsmethode angibt. Erfreulicherweise ist keine US-Kreditkarte erforderlich, deutsche Kreditkarten werden problemlos angenommen.

3. Rufnummer

Der Dialog endet damit, dass man die einem zugewiesene Rufnummer erfährt.

4. iPhone Einstellungen

Unter „Einstellungen“ -> „Mobiles Netz“ erscheint nun eine zweite SIM-Karte, wobei man festlegen kann, welche SIM-Karte als Standardleitung für Sprachanrufe genutzt werden soll und welche für Mobile Daten. In meinem Fall habe ich die US-eSIM für Datenverbindungen verwendet und meine deutsche SIM-Karte für Sprachtelefonie.

Welchen Tarif bietet T-Mobile-US für die eSIM

In der App werden einem mehrere Prepaid-Tarife von T-Mobile-US Angeboten. Der Einsteigertarif „tourist plan“ beinhaltet folgende Leistungen:

  • 2 GB LTE Datenvolumen (nach Verbrauch kann nachgebucht werden)
  • 1.000 Minuten talk time
  • der Vertrag wird automatisch nach 21 Tagen beendet
  • Kosten: 30 USD (ohne Steuern)

In meinem Fall waren es mit Steuern dann 33,08 USD, was 29,65 EUR auf meiner Kreditkartenabrechnung entsprach.

In Summe habe ich damit, gegenüber dem Datenpass der Deutschen Telekom, die doppelte Leistung (2 GB statt 1 GB) erhalten und dies auch noch zum fast gleichen Preis.

Fazit: Wer ein iPhone mit eSIM hat und Kunde der Deutschen Telekom ist, sollte keinesfalls den Datenpass verwenden, sondern lieber auf einen eSIM-Tarif der US-Tochter setzen.

  1. Danke für die Anleitung was mir hier fehlt ist die Karte sofort aktiv geschaltet wird und man nicht mit dieser eSim von Deutschland aus telefonieren kann wenn man die Hotline der TMobile USA erreichen will. Auf Mail bekommt man keine Antwort. Die Telekom in Deutschland weigert sich hier zu helfen und verweisst immer auf die USA Bei anderen eSim in anderen Ländern kann man die Karte pausieren oder den Starttag vorher bestimmen.

    1. Dass die Deutsche Telekom hierzu keinen Support bietet, wundert mich nicht, zumal die Dt. Telekom mit dem operativen Geschäft ihrer US-Tochter nichts am Hut hat. Man kann die Karte nicht pausieren und man kann den Starttag nicht vorher bestimmen. Da zur Aktivierung keine externe Internetverbindung erforderlich ist, kann man die T-Mobile eSIM problemlos auch erst vor Ort in den USA aktivieren.

  2. Guten Abend,

    Wir machen im Oktober einen Roadtrip an der Westküste und nach Hawaii. Und ich suche immer noch nach einem sinnvollen Plan 🙂

    Ich bin über deinen Artikel gestolpert und wollte mal fragen, ob du Erfahrungen in Nicht-Ballungsgebieten mit der Netzabdeckung hast. Ist T-Mobile als Carrier an der Westküste nutzbar? Uns geht es hauptsächlich darum, die Möglichkeit zu haben ohne W-Lan-Hotspot Z.B. Auf der Interstate nach Orten oder POIs suchen zu können, o.Ä….

    Liebe Grüsse

    1. Hallo,

      hierzu empfehle ich einen Blick auf die Netzabdeckungskarte von T-Mobile USA: https://www.t-mobile.com/coverage/coverage-map

      Die Westküste ist lang und unterschiedlich besiedelt. Wenn mit Westküste nur Kalifornien gemeint ist, was auch der gängigste Roadtrip an der Westcoast sein dürfte, dann wird die Versorgung gut sein, denn die Küste ist gut besiedelt und Kalifornien ist generell reich und stark bevölkert.

      Man wird sicher immer mal Funklöcher haben, aber die gibt es bei AT&T auch. Die USA sind einfach sehr groß. Ich denke, man kann mit T-Mobile USA heute gut arbeiten.

      Und was Tipps zu Roadtrips an der Westküste aus eigener Erfahrung angeht:

      – in San Diego starten, dort den Balboa Park ansehen und ggf. den Zoo besuchen
      – die Küstenstraße Route 1 bzw. Pacific Highway hoch nach San Francisco nehmen
      – die Strecke kann man in ein paar Tagen fahren und auf dem Weg immer wieder Halt machen
      – Unbedingt in Santa Monica halt machen und den berühmten Navi Pier besuchen
      – Spannend auf dem Weg sind: Del Mar, Huntington Beach, Malibu, Santa Barbara, Hearst Castle, Carmel by the Sea, Big Sur
      – Ich glaube, dazu muss ich mal einen separaten Beitrag verfassen…

      1. Hallo Alexander,

        vielen Dank für die Infos 🙂 Dann wird es vermutlich die eSim werden, einfacher geht es ja nicht. Ich würde aber den 10 GB Tarif für 40$ nehmen, das passt mit dem Volumen besser 🙂

        Ich hab nur noch eine Frage: Ist diese eSim-Karte/Tarif Hotspot fähig?

        Ich wollte die eSim für mich buchen und für meine Freundin dann einen Hotspot machen, so dass sie das Volumen mit nutzen kann.

        Liebe Grüße

        Axel

  3. Hallo Axel,
    ich wollte vorhin meine eSim aktvieren, habe einen Tarif gewählt, meine Kreditkartendaten eingegeben und hänge jetzt in der Warteschleife „Please wait while we set up your service. This may take a moment“. Das schon seit zwei Stunden! Was soll ich machen? Weiter warten? Die App löschen und ggfs. morgen einen neuen Versuch starten? Ich bin ein bisschen ratlos. Am Wochenende fliege ich in die USA, bis dahin sollte es laufen. Viele Grüße. Luise

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